Fatigue bei Krebs: Ursachen und Behandlungsansätze
Dies ist ein Veranstaltungsinhalt von SURVIVORS HOME am 15.04.2026.
Im Videobeitrag der InfoReihe KREBS spricht Dr. Kirsten Wittke, Oberärztin am Charité Fatigue Centrum, über Ursachen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten der tumorassoziierten Fatigue. Anhand von Fallbeispielen wird deutlich, wie unterschiedlich sich die chronische Erschöpfung äußern kann und welche Ansätze helfen, die Lebensqualität zu verbessern.
Fatigue als häufige und belastende Begleiterscheinung
Fatigue gehört zu den häufigsten Symptomen bei Krebs. Während einer aktiven Therapie sind bis zu 70–80 Prozent der Betroffenen betroffen, langfristig etwa ein Drittel. Die Erschöpfung betrifft nicht nur den Körper, sondern auch Konzentration, Emotionen und den gesamten Alltag.
Wichtig: Fatigue ist ein eigenständiges Symptom und nicht gleichzusetzen mit Müdigkeit oder normaler Erschöpfung.
Unterschiedliche Ursachen und Verläufe
Die Ursachen der tumorassoziierten Fatigue sind vielfältig. Neben der Krebserkrankung selbst können auch Therapien, Begleiterkrankungen, Schmerzen, Schlafstörungen oder Mangelernährung eine Rolle spielen. Entscheidend ist eine sorgfältige Analyse der individuellen Krankengeschichte.
Anhand von Fallbeispielen zeigt der Beitrag, dass Fatigue sehr unterschiedlich verlaufen kann – von langfristiger Erschöpfung nach erfolgreicher Therapie bis hin zu komplexen Verläufen bei fortgeschrittener Erkrankung.
Abgrenzung zu anderen Erkrankungen
Ein wichtiger Aspekt ist die Unterscheidung zwischen tumorassoziierter Fatigue und anderen Krankheitsbildern wie dem chronischen Fatigue-Syndrom. Hinweise können unter anderem eine ausgeprägte Belastungsintoleranz oder ein zeitlicher Zusammenhang mit Infektionen sein.
Diese Differenzierung ist entscheidend, da sich daraus unterschiedliche Behandlungsansätze ergeben.
Diagnostik: Fokus auf das Gespräch
Die Diagnose basiert vor allem auf der ausführlichen Anamnese. Laboruntersuchungen dienen in erster Linie dazu, andere Ursachen auszuschließen. Die Stärke der Fatigue wird häufig über Fragebögen oder Selbsteinschätzungen erfasst.
Ein zentrales Anliegen ist dabei, die Beschwerden ernst zu nehmen – auch wenn medizinische Befunde unauffällig sind.
Multimodale Behandlungsansätze
Die Behandlung der Fatigue erfolgt in einem multimodalen Ansatz. Dazu gehören insbesondere Bewegung, psychoonkologische Unterstützung, Ernährung und der Umgang mit Begleitsymptomen.
Bewegung gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen – individuell angepasst und nicht im Sinne von Leistungssport.
Medikamentöse Therapien spielen bei der Fatigue selbst derzeit keine wesentliche Rolle. Wichtig ist hingegen die Behandlung begleitender Probleme wie Schlafstörungen oder Depressionen.
Netzwerke und Unterstützung im Alltag
Eine wirksame Versorgung erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche – von Onkologie über Psychoonkologie bis hin zu Sport- und Physiotherapie. Auch soziale Aspekte, etwa die Rückkehr in den Beruf, spielen eine wichtige Rolle.
Der Beitrag macht deutlich: Fatigue lässt sich oft lindern, auch wenn sie nicht immer vollständig verschwindet. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Ressourcen kann helfen, den Alltag besser zu bewältigen.