Eine Frau sitzt auf einem gelben Sofa, Augen geschlossen und die Beine angewinkelt auf der Sitzfläche. Sie hat die Augen geschlossen und scheint zu ruhen, durch das Fenster scheint helles Sonnenlicht ins Zimmer.

Tumor­fatigue – wenn Er­schöp­fung bleibt

Müdigkeit kennt jeder. Aber Tumor­fatigue ist etwas grundlegend anderes: eine extreme, an­hal­tende Er­schöp­fung, die sich körperlich, geistig und emotional zeigt – und die sich durch Schlaf oder Ausruhen nicht bessert. Sie entsteht oft ohne vor­aus­ge­hende An­stren­gung und bleibt häufig, wenn die eigentliche Krebs­therapie längst abge­schlossen ist.

Tumor­fatigue zählt zu den häufigsten und be­las­tends­ten Folge­er­schei­nungen einer Krebs­erkrankung – viele Betroffene erleben sie als das Symptom, das ihren Alltag am stärksten einschränkt. Etwa ein Drittel der Krebs­über­lebenden ist langfristig betroffen; während einer aktiven Tumor­therapie sind es 70 bis 80 Prozent, bei fort­geschrittener Erkrankung nahezu alle. Trotz dieser Verbreitung wird Tumor­fatigue im Versorgungs­alltag oft nicht erkannt, nicht angesprochen und nicht behandelt.

Dieses Themen-Special bündelt Wissen, Erfahrungen und Orientierung rund um die tumor­bedingte Fatigue – aus Wissenschaft, psycho­onko­logischer Praxis und den persön­lichen Berichten von Cancer Survivorn. Es ist Teil einer wachsenden Reihe, die wir gemeinsam mit der Berliner Krebs­gesellschaft, der Charité-Psycho­onkologie und dem SURVIVORS HOME entwickeln.

Studioaufzeichnung Der Gesprächsrunde Zum Thema Fatigue Mit Moderator Und 2 Teilnehmern Vor Publiklum

Expertenrunde »Im Fokus« des SURVIVORS HOME

Wissen­schaft­liche Einordnung von Fatigue: wenn Erschöpfung Alltag wird

Wissen­schaft­liche Einordnung von Fatigue: wenn Erschöpfung Alltag wird

Fatigue zeigt sich als tiefe, anhaltende Erschöpfung mit körperlichen und kognitiven Folgen. Dieses Video erklärt Ursachen, Unterschiede und wirksame Unter­stützungs­wege.
Ein schlichter Holzstuhl steht in einem ruhigen Raum neben einem großen Fenster. Durch aufbrechende Wolken fällt warmes Morgenlicht auf den Boden, während eine kleine Topfpflanze auf der Fensterbank dem Licht entgegenwächst Ein schlichter Holzstuhl steht in einem ruhigen Raum neben einem großen Fenster. Durch aufbrechende Wolken fällt warmes Morgenlicht auf den Boden, während eine kleine Topfpflanze auf der Fensterbank dem Licht entgegenwächst

Psychologie der Tumor-Fatigue: Strategien für den Alltag

Psychologie der Tumor-Fatigue: Strategien für den Alltag

Wenn Kraft fehlt, aber der Wille da ist: Einordnung von Fatigue, Abgrenzung zur Depression und konkrete Tools für mehr Stabilität im Alltag und in Beziehungen.
Ein flacher Stein liegt ausbalanciert auf einem größeren Felsen am Ufer eines ruhigen Bachs. Weiches Morgenlicht, sanftes Grün und fließendes Wasser schaffen eine Atmosphäre von Ruhe, Gleichgewicht und Erholung. Ein flacher Stein liegt ausbalanciert auf einem größeren Felsen am Ufer eines ruhigen Bachs. Weiches Morgenlicht, sanftes Grün und fließendes Wasser schaffen eine Atmosphäre von Ruhe, Gleichgewicht und Erholung.

Bewegung und Sport bei Tumor-Fatigue: Empfeh­lungen und Anlauf­stellen

Bewegung und Sport bei Tumor-Fatigue: Empfeh­lungen und Anlauf­stellen

Bewegung lindert Tumor-Fatigue – das belegen Studien eindeutig. Dieser Teil der Reihe zeigt, wie Betroffene den Einstieg finden, welche Trainings­formen wirken und wer Kosten über­nimmt.

Aus der »InfoReihe Krebs« – Psychoonkologie der Charité

Fatigue bei Krebs: Ursachen und Behandlungs­ansätze

Fatigue bei Krebs: Ursachen und Behandlungs­ansätze

Fatigue ist eine der häufigsten Folgen einer Krebs­erkrankung. Der Vortrag aus der InfoReihe Krebs der Charité zeigt Ursachen, Abgrenzung und wirksame Strategien zur Linderung.

Psycho­logische Strategien bei Tumor-Fatigue

Psycho­logische Strategien bei Tumor-Fatigue

Psycho­on­ko­loge Oliver Özöncel zeigt, wie Energie­­manage­­ment, Ver­hal­tens­­the­ra­pie und Acht­sam­keit bei tumor­­as­so­zi­ier­ter Fa­tigue im All­tag hel­fen kön­nen.
Feines, komplexes Fadengeflecht/Netzwerk in Gegenlicht

Müdigkeit, Er­schöp­fung, Fatigue – wo der Unterschied liegt

Die drei Begriffe werden im Alltag oft gleich­bedeutend verwendet, meinen aber Verschiedenes. Müdigkeit ist die Folge von Schlaf­mangel und lässt nach gutem Schlaf nach. Er­schöp­fung ist eine normale Reaktion auf eine Anstrengung und bessert sich durch Erholung. Fatigue dagegen tritt im Zusammen­hang mit einer Erkrankung auf, betrifft Körper und Psyche zugleich und beein­trächtigt den Alltag deutlich – und sie verschwindet gerade nicht durch Schlaf oder Pausen.

Wichtig ist auch: Es gibt nicht die eine Tumor­fatigue. Fachleute gehen von verschiedenen Ausprägungen mit unter­schied­lichen Ur­sachen aus – ähnlich wie bei Schmerzen, wo Zahn­schmerz, Kopf­schmerz und Muskel­kater verschieden entstehen und sich verschieden anfühlen, obwohl wir alles „Schmerz“ nennen.

Die drei Symptom­ebenen

Tumor­fatigue zeigt sich auf drei Ebenen, die unter­schiedlich stark ausgeprägt sein können: körperlich (Kraft­losigkeit, schwere Glieder, rasche Erschöpfung), kognitiv (Konzentrations- und Gedächtnis­probleme, verlang­samtes Denken) und emotional (innere Anspannung, Reizbarkeit, gedrückte Stimmung). Gerade die kognitive und die emotionale Ebene werden häufig unterschätzt.

Dr. Martina Schmidt vom Deutschen Krebs­forschungs­zentrum erklärt Definition und Merkmale in der ersten „Im Fokus“-Veranstaltung: → Video ansehen (ab 02:08 min)

Mögliche Mechanismen

Gestörte Energie­produktion in den Zellen: Die Mito­chondrien – die Kraft­werke jeder Körper­zelle – können durch Krebs oder Therapien in ihrer Funktion beein­trächtigt sein.

Hormonelle Ver­änderungen: Bestimmte Therapien – etwa Anti-Östrogen-Be­hand­lungen bei Brust­krebs – senken den Östrogen­spiegel stark ab, was Er­schöp­fung und kognitive Ein­schränkungen auslösen kann.

Gestörte Schlaf-Wach-Regulation: Das Zusammen­spiel von Nerven­system und Hormon­haushalt (die sogenannte Stress­achse) kann aus dem Gleich­gewicht geraten. Der Cortisol­spiegel, der morgens hoch und abends niedrig sein sollte, ist dann fehl­reguliert – das erklärt das para­doxe Erleben: tagsüber erschöpft, nachts trotzdem wach.

Chro­nische Entzündungs­prozesse: Dauerhaft erhöhte Entzündungs­marker im Blut signalisieren dem Gehirn einen Alarm­zustand. Der Körper schaltet auf Schon­modus – ähnlich dem Gefühl bei einer schweren Grippe, nur dauerhaft.

Psychische Belastung als Mitauslöser: Anhaltender Stress und starke Ängste können die Stress­achse dauerhaft stören und so dazu beitragen, dass Fatigue entsteht oder bestehen bleibt. Das macht Fatigue nicht „eingebildet“ – es zeigt, wie eng Körper und Psyche zusammen­hängen.

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Wichtig zu wissen

Es gibt nicht die eine Tumor­fatigue, sondern verschiedene Ausprägungen mit unter­schied­lichen Ur­sachen. Die Forschung arbeitet daran, diese Subtypen künftig besser zu unterscheiden, um gezielter behandeln zu können. Für Betroffene heißt das: Was hilft, ist individuell – und es lohnt sich, das eigene Muster zu verstehen.

Wer ist besonders betroffen?

Tumor­fatigue kann grund­sätzlich jeden treffen – unab­hängig von Krebs­art oder Therapie. Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko einer lang­anhaltenden Fatigue: frühere depressive Episoden, chro­nische Schmerzen, stark aus­geprägtes Über- oder Unter­gewicht, geringe soziale Unter­stützung sowie ein höheres Maß an Angst. Auch wer früh­zeitig gut über Fatigue informiert ist, kommt oft besser zurecht – weil die Symptome eingeordnet und rechtzeitig Hilfe gesucht werden kann.

Ursachen und Mechanismen erläutert Dr. Martina Schmidt ab Minute 6: → Video ansehen (ab 06:02 min)

Zwei nebeneinanderliegende, unterschiedlich strukturierte Oberflächen – eine rau,
eine weich-fließend. Symbol für zwei ähnlich wirkende, aber verschiedene Zustände. Erdtöne.

Tumor­fatigue lässt sich nicht im Labor messen. Eine Blut­untersuchung dient vor allem dazu, andere Ursachen aus­zuschließen – etwa eine Schild­drüsen­unter­funktion oder eine Blut­armut. Die Fatigue selbst erfassen Fach­leute über das Gespräch und über Frage­bögen, zum Beispiel eine einfache Skala von 0 bis 10. Entscheidend ist: Nur die Betroffenen selbst können Schwere und Ausmaß ihrer Fatigue beurteilen – und eine unauffällige Diagnostik bedeutet nicht, dass die Fatigue nicht real ist.

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Wenn die Untersuchung „gut“ ausfällt

Viele Betroffene kennen die Situation: In der Nachsorge heißt es „Alle Werte sind in Ordnung, Sie sind gesund“ – obwohl die Erschöpfung unverändert da ist. Das ist keine Einbildung. Fatigue zeigt sich nicht im Blutbild. Wenn Sie sich erschöpft fühlen, sprechen Sie es aktiv an, auch wenn die Befunde unauffällig sind.

Drei Beispiele, wie unterschiedlich Fatigue aussieht

Dr. Kirsten Wittke vom Charité Fatigue Centrum macht die Bandbreite an drei Fallbeispielen deutlich: Eine Frau mit früh erkanntem Brust­krebs leidet auch ein Jahr nach Therapie­ende unter ausgeprägter Er­schöp­fung – ein typischer Verlauf einer chro­nischen Tumor­fatigue. Eine junge Frau, die nach einer Lymphom-Therapie viele Infekte hatte, zeigt dagegen eine schwere Belastungs­intoleranz – hier liegt eher ein chro­nisches Fatigue-Syndrom vor (ME/CFS). Eine ältere Patientin mit fort­geschrittenem Eier­stock­krebs hat eine Fatigue, die durch Schmerzen, Mangel­ernährung und Therapie­neben­wirkungen zugleich verstärkt wird. Drei sehr verschiedene Wege – mit jeweils anderer Behandlung.

Dr. Kirsten Wittke stellt die Fallbeispiele in der Inforeihe Krebs vor: → Video ansehen (ab 04:24 min)

Tumor­fatigue ist nicht Depression

Beide gehen mit Er­schöp­fung und verminderter Leistungs­fähigkeit einher – unterscheiden sich aber in einem zentralen Punkt. Bei einer Depression steht Interessen­verlust und Lustlosigkeit im Vorder­grund: Dinge, die früher Freude machten, reizen nicht mehr. Bei Tumor­fatigue ist der Antrieb meist vorhanden – es fehlt die Kraft, ihn umzusetzen. Betroffene haben Ideen und Wünsche, können sie aber körperlich nicht verwirklichen.

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Aus der Erfahrung Betroffener

Eine Teilnehmerin eines Fatigue-Kurses brachte den Unterschied auf den Punkt: „Als ich die Depression hatte, hatte ich keine Lust, Dinge zu machen. Jetzt mit der Fatigue habe ich keine Kraft. Ich habe ganz viele Ideen, ich möchte Dinge machen – aber mir fehlt die Kraft, sie durch­zu­ziehen.“ Diese persönliche Beschreibung deckt sich mit dem, was Fachleute klinisch beobachten.

Die Unterscheidung ist wichtig, denn sie entscheidet über die Behandlung: Anti­depressiva wirken bei Tumor­fatigue ohne gleichzeitige Depression nicht. Liegt aber zusätzlich eine Depression vor – was vorkommen kann –, sollte diese gezielt behandelt werden, weil sie meist gut behandelbar ist.

Die Abgrenzung zur Depression erklärt Psycho­onkologe Oliver Özöncel in der „Im Fokus“-Veranstaltung zur Psychologie: → Video ansehen (ab 19:20 min)

Tumor­fatigue ist nicht ME/CFS

Das chro­nische Fatigue-Syndrom ME/CFS – oft im Zusammenhang mit Long Covid genannt – ähnelt der Tumor­fatigue, ist aber eine eigene Erkrankung. Ihr Leit­symptom ist die Belastungs­intoleranz (Post-Exertional Malaise): Schon geringe Anstrengung löst einen „Crash“ aus – einen massiven Einbruch mit grippe­ähnlichen Beschwerden, der Tage anhalten kann. Deshalb gilt bei ME/CFS: keine körperliche Überlastung. Nach eigenen Daten des Charité Fatigue Centrums erfüllen weniger als 5 Prozent der Menschen mit Tumor­fatigue die Diagnose­kriterien für ME/CFS.

Bei Tumor­fatigue gilt für die meisten Betroffenen das Gegenteil: Moderate, angepasste Bewegung hilft und zählt zu den wirksamsten Maßnahmen. Deshalb ist die Unterscheidung so wichtig – sie führt zu gegensätzlichen Empfehlungen.

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Der entscheidende Unterschied

Bei ME/CFS kann Bewegung einen Zusammenbruch auslösen – Schonung steht im Vordergrund. Bei Tumor­fatigue ist moderate, angeleitete Bewegung eine der wirksamsten Maßnahmen überhaupt. Wer unsicher ist, welche Form vorliegt, sollte das ärztlich abklären lassen – etwa, wenn nach Anstrengung regelmäßig ein tagelanger Einbruch folgt.

Die Abgrenzung zu ME/CFS erklärt Dr. Martina Schmidt in „Im Fokus“ Teil 1 (→ Video ansehen (ab 12:45 min)) und Dr. Kirsten Wittke in der Inforeihe Krebs (→ Video ansehen (ab 13:55 min)).

Junge, frische Blätter/Pflanze in warmem Morgenlicht, Tautropfen.
Symbol für Erneuerung in kleinen Schritten. Warmgoldene Töne, keine dramatische Perspektive

Es gibt kein Medikament, das Tumor­fatigue direkt behebt. Es gibt aber mehrere gut erforschte, wirksame Ansätze – am besten in Kombination und unter fach­kundiger Begleitung. Fach­leute sprechen von einem multi­modalen Therapie­ansatz: Auf einer Basis aus Information und Austausch ruhen mehrere Säulen – Bewegung, Mind-Body-Verfahren, psycho­soziale Strategien, Ernährung und Schlaf. Welche Bausteine im Vordergrund stehen, ist individuell verschieden.

Bewegung – der wirk­samste Ansatz

Dass Bewegung bei Er­schöp­fung hilft, klingt zunächst wider­sinnig – ist aber die am besten belegte Maßnahme gegen Tumor­fatigue. Hunderte Studien zeigen: Wer es schafft, während und nach der Therapie aktiv zu sein, entwickelt weniger Fatigue. Eine Vergleichs­studie fand sogar, dass Bewegungs­therapie wirksamer war als eine medikamentöse oder eine rein psycho­onko­logische Behandlung – wobei die Kombination besonders empfehlenswert ist.

Der Grund liegt auch in der Biologie: Muskeln sind nicht nur Bewegungs­apparat, sondern senden Boten­stoffe aus, die Energie­haushalt und Wohl­befinden positiv beeinflussen. Wer sich aus Er­schöp­fung zu wenig bewegt, gerät leicht in einen Teufels­kreis: Bewegungs­mangel führt zu Muskel­abbau, dieser verstärkt die Fatigue, was zu noch weniger Bewegung führt.

Wichtig ist die Unterscheidung von Bewegung und Sport: Körperliche Aktivität ist alles, was mehr ist als Liegen – jeder Spazier­gang, jede Garten­arbeit zählt. Sport ist die geplante, gezielte Form davon. Es geht nicht um Hoch­leistung, sondern um moderate, an die eigene Kraft angepasste Bewegung, die Freude macht und sich durchhalten lässt.

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Die konkrete Empfehlung

Studien empfehlen eine Kombination aus Ausdauer und Kraft: etwa dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauer­training (z. B. Walken, Radfahren, Schwimmen) und zweimal pro Woche ergänzendes Kraft­training. Diese Zahlen stammen aus standardisierten Studien – andere Bewegungs­formen wie Yoga sind ebenfalls wirksam. Wichtig ist: möglichst früh beginnen, im eigenen Tempo, und im Zweifel zu Beginn anleiten lassen.

Je früher man beginnt, desto besser – idealerweise schon während der Therapie, manche Fach­leute raten sogar zur Vorbereitung vor Therapie­beginn. Aber auch ein späterer Einstieg lohnt sich: Selbst wer erst nach Jahren mit Bewegung anfängt, kann eine Besserung erreichen.

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Aus der Erfahrung Betroffener

Lars Krause beschreibt seinen Zugang: „Bewegung, aber nicht Sport. Ich versuche, den ganzen Tag in Bewegung zu bleiben – nicht auf die Couch zu legen, weil dann der Stecker raus ist.“ Anne-Lu Kitzerow begann mit täglichen Spaziergängen und leitet heute selbst eine Wasser­gymnastik-Gruppe für Krebs­betroffene: „Das hätte ich früher nicht gedacht. Es tut meinem Körper so gut.“ Prof. Ralf Hafner, früher Marathonläufer, fand über die Reha zurück zur Bewegung und absolvierte später sogar einen Volks­triathlon. Drei sehr verschiedene Wege – verbunden durch dieselbe Erfahrung: Es lohnt sich, das eigene Tempo zu finden.

Sport­wissenschaftlerin Verena Krell (Charité, Netzwerk OnkoAktiv) erklärt die Evidenz und den Unterschied von Bewegung und Sport in „Im Fokus“ Teil 3: → Video ansehen (ab 24:28 min). Zur Studienlage äußert sich auch Dr. Martina Schmidt in Teil 1: → Video ansehen (ab 16:06 min).

Bewegung auf Rezept – wer die Kosten trägt

Spezialisierte Bewegungs­angebote für Krebs­betroffene müssen nicht selbst bezahlt werden. Es gibt mehrere Verordnungs­wege, die ärztlich aus­gestellt werden können – auch haus­ärztlich oder durch die behandelnde Onko­login:

Rehabilitations­sport: Eine Kassen­leistung von 50 Einheiten über 18 Monate, in der Gruppe, meist einmal pro Woche. Krankengymnastik am Gerät: Eine physio­therapeutische Verordnung für kleine Gruppen mit geräte­gestütztem Training unter Anleitung. Welcher Weg passt, hängt von der jeweiligen Einrichtung ab.

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So finden Sie ein passendes Angebot

Eine gute erste Adresse ist das Netzwerk OnkoAktiv (netzwerk-onkoaktiv.de). Bundesweit gibt es rund 20 regionale Zentren, die kostenlos beraten und an geprüfte Therapie­einrichtungen in Wohn­ortnähe weiter­vermitteln. In Berlin ist die Abteilung für Sportmedizin der Charité das regionale Zentrum. Auch die Berliner Krebsgesellschaft hat ein eigenes „Bewegungs­angebot für Krebs­betroffene“. Fragen Sie auch Ihre Krebs­bera­tungs­stelle – sie kennt die Angebote vor Ort.

Verena Krell erklärt die Verordnungs­wege und Kosten­übernahme ausführlich: → Video ansehen (ab 37:13 min)

Ohne Druck und ohne Schuld

So klar die Bewegungs­empfehlung ist – sie darf nicht zur zusätzlichen Last werden. Viele Betroffene erleben Empfehlungen wie „Sie müssen sich mehr bewegen“ als Druck oder gar als Vorwurf. Manche fragen sich sogar, ob sie an ihrer Erkrankung mitschuld seien, weil sie früher zu wenig Sport gemacht hätten. Diese Sorge ist unbegründet – und sie ist kontra­produktiv, weil sie zusätzlichen Stress erzeugt.

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Aus der Erfahrung Betroffener

Anne-Lu Kitzerow fasst es so zusammen: „Man darf erschöpft sein, das ist okay. Eine Krebs­diagnose zu bekommen ist ein Trauma – man darf körperlich und seelisch erschöpft sein. Aber man kann eben auch herausfinden, was einem guttut. Und jeder kleine Schritt zählt.“ Es geht nicht um Leistung und Perfektion, sondern darum, anzufangen und etwas zu finden, das zum eigenen Leben passt.

Mind-Body, Energie­management und mehr

Mind-Body-Methoden – komplementäre Unter­stützung

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Komplementäre Maßnahme

Die folgenden Methoden sind komplementäre Ansätze – sie ergänzen die medizinische Behandlung, ersetzen sie aber nicht. Welche davon für Ihre Situation geeignet sind, besprechen Sie am besten mit Ihrem Behandlungs­team.

Neben Bewegung zeigen Mind-Body-Methoden eine gute Studien­lage bei Tumor­fatigue. Dazu zählen Yoga, Qi Gong, Tai Chi und das acht­samkeits­basierte Programm MBSR. Sie wirken auf mehreren Ebenen zugleich: sanfte körperliche Betätigung, geschulte Atmung und ein besserer Umgang mit innerer Anspannung. Atem­übungen haben dabei messbare Effekte auf das Nerven­system und können die Schlaf-Wach-Regulation unter­stützen.

Acht­samkeit fördert zudem eine Haltung der Akzeptanz – nicht im Sinne von „gut finden“, sondern: anerkennen, was ist, und von dort aus handeln. Auch Natur­aufenthalte und Garten­arbeit sind eine niedrig­schwellige Form davon, die viele Betroffene als erholsam erleben.

Mind-Body-Methoden werden in mehreren Veranstaltungen besprochen, u.a. von Dr. Martina Schmidt (→ Video (ab 30:02 min)) und Oliver Özöncel (→ Video (ab 27:29 min)).

Energie­management – die eigene Kraft einteilen

Verhaltens­therapeutische und psycho­edukative Ansätze sind die dritte wichtige Säule. Ihr Kern ist eine gute Balance: zwischen Aktivität und Erholung – aber auch zwischen Pflichten und schönen, bedeutsamen Dingen, die bei begrenzter Energie oft zuerst wegfallen.

Das Energie­tagebuch ist dabei ein bewährtes Werkzeug: Über etwa zwei Wochen notieren Betroffene, welche Aktivität sie wann unternommen haben und wie erschöpft sie sich danach auf einer Skala von 1 bis 10 gefühlt haben. So werden Muster sichtbar – welche Tätigkeiten besonders viel Kraft kosten und zu welcher Tages­zeit die Energie am höchsten ist (bei vielen am Vormittag).

Aus diesen Mustern lässt sich der Alltag günstiger gestalten: Prioritäten setzen, Aufgaben delegieren, anstrengende Tätigkeiten in die energie­reichste Zeit legen, realistische Ziele setzen (etwa nur ein bis zwei anstrengende Aufgaben pro Tag) und die Woche so planen, dass auf fordernde Tage Ruhe­tage folgen. Das erfordert Disziplin – und manchmal, Nein zu sagen.

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Kurs: Fatigue individuell bewältigen

Die Berliner Krebs­gesellschaft bietet den kostenlosen Online-Kurs „Fatigue individuell bewältigen“ an – zweimal jährlich, über sechs Wochen. Er verbindet Wissens­vermittlung mit Gruppen­austausch und vermittelt konkrete Werkzeuge: Energie­tagebuch, Wochen­planung, Acht­samkeit und kognitive Strategien. Anmeldung und Termine: berliner-krebsgesellschaft.de

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Aus der Erfahrung Betroffener

Stefan Blumenthal beschreibt einen Wende­punkt: „Ich muss jetzt in den aktiven Modus schalten. Nicht: Die Krankheit hindert mich. Sondern: Es ist meine Entscheidung.“ Diesen Perspektiv­wechsel – die Kontrolle zurück­zugewinnen, statt sich der Erschöpfung ausgeliefert zu fühlen – beschreibt er als das, was seinen Alltag am stärksten verbessert hat.

Energie­management erklärt Oliver Özöncel ausführlich – in „Im Fokus“ Teil 2 (→ Video (ab 28:52 min)) und in der Inforeihe Krebs (→ Video (ab 09:11 min)).

Digitale Helfer – Apps auf Rezept

Inzwischen gibt es digitale Gesundheits­anwendungen (DiGA), die viele dieser Energie­management-Elemente bündeln und ähnlich wie ein Medikament ärztlich verordnet und von der Kasse übernommen werden können:

Die UNTIRE-App wurde an der Universität Groningen speziell für Tumor­fatigue entwickelt; eine randomisierte Studie belegte ihre Wirksamkeit. Als DiGA ist sie aktuell für Brust­krebs­patientinnen auf Rezept erhältlich. Die Neuronation Med-App ist eine DiGA mit Schwerpunkt auf kognitivem Training und Gedächtnis. Die FimoHealth-App ist über bestimmte Kranken­kassen verfügbar und erprobt derzeit den Einsatz von tragbaren Sensoren zur Einschätzung der Belastbarkeit. Ob eine App für Ihre Situation in Frage kommt, klären Sie am besten ärztlich – bei nicht zugelassenen Indikationen übernehmen manche Kassen die Kosten auf Nachfrage.

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Ausblick: eigene Veranstaltung zur UNTIRE-App

Den digitalen Helfern widmet sich im Herbst 2026 eine eigene Veranstaltung der Fatigue-Reihe: Dann stellen die Macher der UNTIRE-App ihr Konzept im SURVIVORS HOME vor. Die Auf­zeichnung wird anschließend hier in der Mediathek verfügbar sein.

Schlaf – erschöpft und trotzdem wach

Viele Fatigue-Betroffene kennen das Paradox: tagsüber erschöpft, nachts trotzdem wach. Dahinter steckt häufig die schon beschriebene Fehl­regulation des Cortisol­spiegels. Hier hilft eine gute Schlaf­hygiene: eine ruhige, dunkle und kühle Schlaf­umgebung, feste Schlaf- und Aufsteh­zeiten, eine ruhige letzte Stunde vor dem Zubett­gehen ohne aufregende Nachrichten, und der Verzicht auf Koffein und Alkohol am Abend. Diese Maßnahmen helfen vielen – sie ersetzen aber keine ärztliche Abklärung anhaltender Schlaf­störungen.

Schlaf und Cortisol erklärt Oliver Özöncel in „Im Fokus“ Teil 2: → Video ansehen (ab 10:29 min)

Ein Wassertropfen erzeugt konzentrische Wellen auf einem ruhigen See im Morgenlicht. Die Wellen enden abrupt an einer unsichtbaren Grenze, während die Wasseroberfläche dahinter spiegelglatt bleibt und Bäume sowie Himmel reflektiert.

Tumor­fatigue erschöpft nicht nur den Körper. Viele Betroffene erleben, dass auch das Denken schwerer fällt – und dass die Erkrankung am Selbst­bild rüttelt. Beide Dimensionen werden häufig unterschätzt.

Kognitive Fatigue: das „Chemo-Hirn“

Konzentrations­probleme, Wort­findungs­störungen, verminderte Merk­fähigkeit, verlangsamtes Denken – Fach­leute fassen das unter dem Begriff krebs­bedingte kognitive Dysfunktion zusammen, im Volks­mund auch „Chemo-Hirn“, obwohl es nicht auf Chemo­therapien beschränkt ist. Das Belastende daran: Im Alltag sind die Beschwerden deutlich spürbar, in objektiven Tests aber oft kaum messbar – was bei Betroffenen Selbst­zweifel auslösen kann. Die Beschwerden sind dennoch real.

Empfohlen werden ähnliche Ansätze wie bei der allgemeinen Fatigue: körperliche Aktivierung, Acht­samkeit und gezieltes Gedächtnis­training. Hierfür gibt es auch eine DiGA – die bereits erwähnte Neuronation Med-App –, die ärztlich verordnet werden kann.

Den Umgang mit kognitiven Beschwerden erklärt Oliver Özöncel in der Inforeihe Krebs: → Video ansehen (ab 23:32 min)

Selbst­wert in der Leistungs­gesellschaft

Fatigue trifft Menschen in einer Gesellschaft, die Wert stark über Leistung definiert. Wer nicht mehr arbeiten kann wie früher, Termine absagen muss oder auf Hilfe angewiesen ist, erlebt oft nicht nur körperliche, sondern auch soziale und emotionale Belastung. Ein erschüttertes Selbst­bild kann die Fatigue verstärken und in einen Kreislauf aus Rückzug, Scham und Isolation führen.

Psycho­onko­logische Begleitung kann helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen – indem alte Leistungs­überzeugungen hinterfragt und andere Werte gestärkt werden: Gemeinschaft, Natur, Menschlichkeit. Hilfreich ist auch eine Haltung des Selbst­mitgefühls – sich selbst so zu behandeln, wie man einen guten Freund behandeln würde.

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Aus der Erfahrung Betroffener

Ein Zitat aus einer psycho­onko­logischen Beratung bringt die Belastung auf den Punkt: „An schlechten Tagen frage ich mich schon: Was bin ich in dieser Leistungs­gesellschaft wert? Wo gehöre ich hin? Wer bin ich denn?“ Solche Fragen sind ein häufiges Thema in Beratungen und Selbsthilfe­gruppen – und sie lassen sich bearbeiten.

Selbst­wert, Leistung und der Umgang mit psychischen Belastungen sind Schwerpunkt bei Oliver Özöncel: → Video ansehen (ab 17:13 min)

Aufgeräumter Schreibtisch aus der Vogelperspektive mit einem geöffneten Notizbuch, einer Kaffeetasse, Stift, Unterlagen und einer Pflanze. Die warme, ruhige Atmosphäre vermittelt Struktur, Planung und Dokumentation im Alltag.

Sozial­recht und zurück in den Beruf

Ein Thema belastet viele Betroffene besonders: die Anerkennung der Fatigue gegen­über Behörden, Arbeit­gebern und Renten­trägern. Der Grund ist strukturell. Tumor­fatigue hat in Deutschland keinen eigenen ICD-Code – keine eigene Diagnose­nummer im internationalen Klassifikations­system. Sie wird nur als Symptom geführt, ähnlich wie Fieber, nicht als eigenständige Erkrankung. Das erschwert Diagnose, Abrechnung und Nachweis. Zum Vergleich: Long Covid ist als Erkrankung anerkannt, obwohl die Symptomatik ähnelt.

In Gutachten – etwa für eine Erwerbs­minderungs­rente – wird Fatigue daher nicht immer angemessen berücksichtigt; Betroffene berichten von wechselnder Anerkennung je nach Gutachter. Fachleute beobachten zwar, dass das Verständnis langsam wächst – verlassen kann man sich darauf aber noch nicht.

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Was im Umgang mit Behörden hilft

Ein bewährter Tipp aus der Praxis: Schildern Sie möglichst konkret, wie die Fatigue Ihren Alltag einschränkt – welche Tätigkeiten Sie nicht mehr schaffen, wie viele Pausen Sie brauchen, wobei Sie auf Hilfe angewiesen sind. Das Energie­tagebuch kann dabei als eine Art Beleg dienen. Unterstützung bieten Krebs­bera­tungs­stellen, die soziale Beratung und Integrations­fachdienste.

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Aus der Erfahrung Betroffener

Lars Krause kämpft seit Jahren um die Anerkennung seiner Fatigue: „Ich bin jeden Tag damit beschäftigt und überlege: Machst du heute zu viel? Bist du wirklich krank? Der Gutachter sagt, ich übertreibe. Aber ich komme abends immer zum Schluss: Ich kann nicht mehr.“ Eine andere Betroffene berichtet: „Wenn ich einen Termin beim Jobcenter habe, kann ich eine Woche lang nicht richtig schlafen – die denken, ich würde simulieren.“ Solche Belastungen sind real und betreffen viele.

Speziell für den (Wieder-)Einstieg in den Beruf gibt es Unter­stützung: Die Berliner Krebs­gesellschaft veranstaltet gemeinsam mit der Selbsthilfe-Organisation Leben nach Krebs! e.V. die Reihe „Ich bin wieder da!“ mit Information und Austausch zu Orientierung, Wieder­eingliederung und Kommunikation am Arbeits­platz.

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Ausblick: eigene Veranstaltung zum Sozialrecht

Den sozial­recht­lichen Aspekten der Fatigue – von der Erwerbs­minderung über Gutachten bis zur Rückkehr in den Beruf – wird sich eine kommende Veranstaltung der Fatigue-Reihe gezielt widmen. Die Auf­zeichnung wird anschließend hier in der Mediathek ergänzt.

Die fehlende ICD-Anerkennung und ihre Folgen erklären Dr. Kirsten Wittke (→ Video (ab 24:04 min)) und Oliver Özöncel (→ Video (ab 19:03 min)).

Der Rote Sessel und eine Kamera auf Stativ in einem Fotostudio-Set mit Lichtern

Erfahrungen von Cancer Survivorn

Die folgenden Beiträge zeigen persönliche Erfahrungen von Cancer Survivorn mit Tumor­fatigue – wie sie Fatigue erleben, wie sie damit umgehen und was ihnen geholfen hat. Diese Erfahrungen sind subjektiv und individuell: Was einem Menschen hilft, muss nicht für alle passen. Sie sollen Orientierung geben und das Gefühl vermitteln: Damit ist niemand allein.

Cancer Survivor erzählen von Fatigue

Portrait Kinga Mathé Portrait Kinga Mathé

Erscheinungsformen von Fatigue

Erscheinungsformen von Fatigue

Kinga Mathé sagt: Das ist ein Zustand, in dem man so müde ist, dass man nicht mehr aus dem Bett kommen möchte morgens. Das hat…
Portrait Evelyn Kühne Portrait Evelyn Kühne

Erscheinungsformen von Fatigue

Erscheinungsformen von Fatigue

Evelyn Kühne sagt: Ich beschreibe es so, wenn man spürt, es ist eine ganz schwere Erkältung im Anzug und man hat so das Gefühl, man…
Portrait Evelyn Kühne Portrait Evelyn Kühne

Wie Evelyn Kühne mit der Fatigue umgeht

Wie Evelyn Kühne mit der Fatigue umgeht

Evelyn Kühne sagt: Also ich habe lernen müssen, die Fatigue anzunehmen. Das war ein relativ langer Weg, auch steiniger Weg, der an sich mit dem…
Portrait Evelyn Kühne Portrait Evelyn Kühne

Alltagsreaktionen auf Menschen mit Fatigue

Alltagsreaktionen auf Menschen mit Fatigue

Evelyn Kühne sagt: Also ich habe sehr viele negative Reaktionen auch bekommen, gerade auch auf dem Weg zur der Diagnose hin. Es war ja ein…
Portrait Evelyn Kühne Portrait Evelyn Kühne

Fatigue und ihre Ursachen

Fatigue und ihre Ursachen

Evelyn Kühne sagt: Ich habe verschiedene Vorträge auch damals bei meiner Reha zu dem Thema gehört. Es wird auf die Gesamtbehandlung geschoben. Also ein Zusammenspiel…
Portrait Kinga Mathé Portrait Kinga Mathé

Wie Kinga Mathé mit der Fatigue umgeht

Wie Kinga Mathé mit der Fatigue umgeht

Kinga Mathé sagt: Ich habe ab und zu mal sehr ausgeprägte Fatigue. Allerdings die schwankt von Tag zu Tag. Da haben wir auch gute Tipps….
Abstrakte Illustration mit überlappenden Kreisen in warmen Naturfarben. Im Zentrum sind schemenhaft zwei sich reichende Hände zu erkennen – Symbol für Vernetzung, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung.

Wo Sie Hilfe finden

Tumor­fatigue muss niemand allein bewältigen. In Deutschland gibt es eine wachsende Zahl spezialisierter Angebote – von der psycho­onko­logischen Beratung über Krebs­bera­tungs­stellen bis zu Selbsthilfe­gruppen und Online-Kursen.

Beratung & Kurse

Berliner Krebs­gesellschaft
Psycho­onko­logische Beratung, Fatigue-Kurs „Fatigue individuell bewältigen“ (online, 2× jährlich) und Selbst­hilfe­gruppe Fatigue. Tel. 030 27 00 07 270
launch berliner-krebsgesellschaft.de

Charité Fatigue Centrum
Spezial­sprechstunden zu ME/CFS und Post-Covid; Informationen und Literatur zur Fatigue
launch cfc.charite.de

Bayerische Krebs­gesellschaft
Kostenlose, ärztlich geleitete Tumor-Fatigue-Sprechstunden an mehreren Standorten in Bayern (nur für Patienten mit Wohnsitz in Bayern)
launch bayerische-krebsgesellschaft.de

Krebs­informations­dienst (DKFZ)
Kostenlose ärztliche Beratung, täglich 8–20 Uhr. Tel. 0800 420 30 40 (kostenfrei)
launch krebsinformationsdienst.de

Landes­krebs­gesellschaften
Krebs­bera­tungs­stellen in fast allen Bundes­ländern – auch für Angehörige, kostenlos
launch krebsgesellschaft.de

Selbsthilfe, Bewegung & Beruf

Selbst­hilfe­gruppe Tumor-Fatigue Berlin
Monatliches Treffen bei der Berliner Krebs­gesellschaft, jeden 3. Dienstag um 17:30 Uhr. Leitung: Lars Krause
launch berliner-krebsgesellschaft.de

Leben nach Krebs! e.V.
Selbst­hilfe für Krebs­über­lebende im erwerbs­fähigen Alter, Fatigue als regel­mäßiges Thema, Reihe „Ich bin wieder da!“ zum Wieder­einstieg in den Beruf
launch leben-nach-krebs.de

Netzwerk OnkoAktiv
Vermittelt bundesweit spezialisierte, wohnort­nahe Bewegungs­programme für Krebs­betroffene – kostenlose Erst­beratung
launch netzwerk-onkoaktiv.de

Yoga und Krebs
Netzwerk zertifizierter Trainer mit onko­logischer Zusatz­ausbildung, bundesweit und teils online
launch yoga-und-krebs.de

SURVIVORS HOME Berlin
Veranstaltungen zu Fatigue und anderen Krebs­themen – live und als Aufzeichnung, kostenlos
launch survivors-home.de

Weiter­führende Informationen

Informationen & Broschüren

Krebs­informations­dienst DKFZ – Fatigue: Erschöpfung und Müdigkeit bei Krebs. Umfangreiche, ärztlich geprüfte Seite inkl. kostenlosem Info-PDF
launch krebsinformationsdienst.de

Deutsche Fatigue Gesellschaft e.V. – Grundlagen, Broschüren und die Übungs­sammlung „Fitness trotz Fatigue“
launch deutsche-fatigue-gesellschaft.de

NCT Heidelberg – Broschüre zur tumor­assoziierten Fatigue, frei als PDF
launch nct-heidelberg.de

Deutsche Krebshilfe – Blauer Ratgeber „Fatigue – Chronische Müdigkeit bei Krebs“, kostenlos
launch krebshilfe.de

Deutsche Krebs­gesellschaft – ONKO-Internetportal: Tumor-assoziierte Fatigue
launch krebsgesellschaft.de

Forschung & Fachinformation

Klinischer Praxis­leitfaden zu krebs­assoziierter Fatigue (Deutsche Fatigue Gesellschaft) – richtet sich an Ärzte, kostenlos im Internet
launch deutsche-fatigue-gesellschaft.de

DKFZ – LIFT-Projekt – Studie zur Fatigue-Versorgung in Deutschland
launch dkfz.de

Charité Fatigue Centrum – Literatur und Empfehlungen für Patienten
launch cfc.charite.de

info
Bitte beachten

Alle Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Wissens­vermittlung und ersetzen nicht das Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Sprechen Sie Ihre persönliche Situation, mögliche Therapie­maßnahmen und Unter­stützungs­angebote immer mit Ihrem Behandlungs­team ab.

Digitale Helfer (DiGA)

UNTIRE – App speziell für Tumor­fatigue, als DiGA auf Rezept (derzeit für Brust­krebs zugelassen)

Neuronation Med – DiGA mit Schwerpunkt kognitives Training, ärztlich verordenbar

FimoHealth – Fatigue-App, über bestimmte Kranken­kassen verfügbar