Psychologische Strategien bei Tumor-Fatigue
Fatigue gehört zu den häufigsten und belastendsten Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung. Der Psychoonkologe Oliver Özöncel zeigt in diesem Video, welche psychologischen Strategien helfen können, mit Müdigkeit und Erschöpfung besser umzugehen und die Lebensqualität im Alltag zu verbessern.
Fatigue verstehen und einordnen
Viele Betroffene erleben Fatigue als besonders einschränkend, fühlen sich jedoch oft unzureichend informiert. Der Beitrag vermittelt verständlich, was tumorassoziierte Fatigue bedeutet und wie sie sich von anderen Formen wie Depression oder dem chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) unterscheidet. Diese Differenzierung ist wichtig, da sich daraus unterschiedliche Behandlungsansätze ergeben.
Empowerment durch Wissen
Ein zentraler Ansatz ist die Stärkung der eigenen Handlungsfähigkeit durch Information. Verlässliche Angebote wie der Krebsinformationsdienst oder die Deutsche Fatigue Gesellschaft helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und geeignete Unterstützungsangebote zu finden. Auch psychoonkologische Beratungen und spezielle Fatigue-Kurse können den Umgang mit der Erschöpfung erleichtern.
Energiemanagement im Alltag
Ein wichtiger Bestandteil der Bewältigung ist das sogenannte Energiemanagement. Ziel ist es, eine Balance zwischen Aktivität und Erholung zu finden. Dabei helfen Strategien wie Prioritäten setzen, Aufgaben planen und Pausen bewusst einbauen. Ein Energietagebuch kann unterstützen, den eigenen Energieverbrauch besser zu verstehen und Überlastung zu vermeiden.
Auch Bewegung spielt eine wichtige Rolle, sollte jedoch individuell angepasst und realistisch geplant werden. Entscheidend ist nicht Leistung, sondern Regelmäßigkeit und Freude an der Aktivität.
Umgang mit psychischen Belastungen
Fatigue geht häufig mit psychischen Belastungen wie Stress, Ängsten oder Frustration einher. Eine frühzeitige psychoonkologische Begleitung kann helfen, diese besser zu bewältigen. Studien zeigen, dass insbesondere kognitive Verhaltenstherapie sowie Ansätze wie die Akzeptanz- und Commitment-Therapie positive Effekte auf die Fatigue-Symptomatik haben können.
Auch der Umgang mit belastenden Gedanken und Konflikten im sozialen Umfeld oder mit Institutionen wird thematisiert. Der Fokus liegt darauf, realistische Erwartungen zu entwickeln und eigene Ressourcen zu stärken.
Konkrete Unterstützungsangebote
Der Beitrag stellt verschiedene praktische Hilfen vor, darunter Selbsthilfegruppen, Bewegungsangebote und Kurse zur Fatigue-Bewältigung. Digitale Anwendungen wie die „Untire“-App können ergänzend unterstützen. Auch Entspannungsverfahren, Achtsamkeit und eine gute Schlafhygiene sind wichtige Bausteine im Umgang mit der Erkrankung.
Weiterführende Informationen und Anlaufstellen
Weitere Informationen und Unterstützung finden Sie unter anderem hier:
• Deutsche Fatigue Gesellschaft: https://deutsche-fatigue-gesellschaft.de
• Krebsinformationsdienst (DKFZ): https://www.krebsinformationsdienst.de | Telefon: 0800 420 30 40
• Berliner Krebsgesellschaft: https://www.berliner-krebsgesellschaft.de
• Netzwerk OnkoAktiv (Bewegung bei Krebs): https://www.onkoaktiv.de
• Charité Fatigue Centrum: https://cfc.charite.de/