Achtsam bleiben!

Räume, Kraft und Unterstützung für Angehörige

Verlieren Sie nicht den Blick für Dinge, die Freude bereiten. Angehörige neigen dazu, in der Begleitung eines Krebserkrankten ihre Bedürfnisse zurückzustellen. Das geht in der Regel nicht lange gut, denn die eigenen Kraftreserven sind nicht unendlich, selbst wenn jeder von uns unterschiedlich resilient ist. Auch in der Begleitung eines Krebserkrankten müssen Sie Ihre inneren Akkus regelmäßig aufladen. Nur wenn Sie eigene Bedürfnisse wahrnehmen und sich selbst nicht vernachlässigen, können Sie Kraft für andere haben. Gönnen Sie sich Auszeiten für sich allein oder mit Freunden. Sprechen Sie darüber, was Sie beschäftigt und nehmen Sie Hilfe an, die von der Familie, von Freunden oder Arbeitgebern angeboten wird. Sie sind als Angehörige nicht allein!

Den Helfern helfen

Tatsächlich gibt es für Angehörige von Krebspatienten oft noch keine flächendeckenden Hilfsangebote. Die meisten Gruppen und Organisationen richten sich an die Betroffenen selbst. Dennoch lohnt es sich, zu Selbsthilfegruppen Kontakt aufzunehmen, Betroffene und Angehörige kennenzulernen und sich auch auf diesem Weg zu vernetzen und auszutauschen. Mancherorts bestehen jedoch auch schon spezielle Gruppen für Angehörige, in denen der Austausch, die gegenseitige Unterstützung und Ermutigung im Vordergrund stehen.

Gleichzeitig können Sie als Angehörige natürlich Krebsberatungsstellen und Psychoonkologen aufsuchen. Neben Einzelgesprächen sind auch Gespräche mit mehreren Familienmitgliedern möglich. Manchmal erleichtert solch ein Setting, schwierige Themen offener anzusprechen.

Weitere Hilfsangebote

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Unser Tipp

Sieben Tipps, wie sie Ihre mentale und psychische Widerstandkraft stärken finden Sie in einer Checkliste zur Selbstfürsorge der Initiative Räume zum Reden. Laden Sie sich das Dokument einfach herunter und drucken Sie es aus. Der tägliche Blick darauf hilft dabei, immer achtsam zu bleiben und sich selbst nicht zu vergessen.

Das PDF-Dokument können Sie hier downloaden.

Entspannung finden

Nicht nur Krebspatienten, sondern sicher auch Sie als Angehöriger kennen Gefühle innerer Unruhe, Nervosität, Angst und Erschöpfung. Dazu kommen die vielen neuen Anforderungen eines sich verändernden Alltags. Verschiedene Methoden und Entspannungstechniken können helfen, Verspannungen zu lösen, Ängste zu mildern und die eigenen Kräfte zu stärken. Auch bei Schlafstörungen und körperlichen Beschwerden haben sie sich als heilsam erwiesen. Ebenso stärkt Bewegung die Psyche und selbst die richtige Ernährung mit bestimmten Speisen kann Ihr Wohlbefinden fördern. Bei allem, was Sie ausprobieren, sollte Ihr Leitspruch sein: “Das gönne ich mir”.

 Progressive Muskel­entspannung nach Jacobsen

Willentliche Anspannung und Entspannung, das sind die Prinzipien der progressiven Muskelentspannung nach dem Arzt Edmund Jacobson. Sie kann bei Stress oder psychischer Belastung helfen, zu innerer Ruhe zu gelangen. Denn unter Angst und Aufregung spannen wir unsere Muskulatur unbewusst und oft beständig an. Das Entspannen fällt uns schwer, schließlich ist unsere ganze Aufmerksamkeit gefordert. Schritt für Schritt lernen Sie bei dieser Methode loszulassen. Unter Anleitung oder in Eigenregie spannen Sie hierfür bestimmte Muskeln für kurze Zeit intensiv an, um sie im Anschluss bewusst zu lockern. Das fördert ein Ruhegefühl in allen Bereichen des Körpers, auch in denen, die Sie nicht willentlich beeinflussen können, wie etwa im Magen-Darm-Raum.

 Autogenes Training

Gute und positive Gedanken sind überlebenswichtig. Allein mit ihrer Kraft und ein wenig Übung können Sie Stress abbauen und sich entspannen. Autogenes Training macht es möglich. Mittels beruhigender Gedanken, die Sie in jede Zelle Ihres Körpers schicken, beeinflussen Sie sich selbst. Sie können Ihren Pulsschlag besänftigen, Schmerzen lindern oder Ihre Konzentration fördern, wenn Sie die Methode richtig anwenden.

 Meditation

Unter einer Mediation versteht man allgemeinhin Geistesübungen, deren Ziel ein Zustand tiefer innerer Ruhe ist. Langfristig kann das zu einer nachhaltig positiven Veränderung im Denken, Fühlen und Erleben führen. Dabei hat Meditieren längst nicht mehr nur etwas mit fernöstlicher Kultur und Tradition zu tun, sondern ist als eine Methode der bewussten Aufmerksamkeitslenkung längst in der westlichen Welt und im 21. Jahrhunderts angekommen.
Es gibt verschiedene Arten der Meditation, die sich zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. Vielleicht haben Sie ja zum Beispiel schon mal etwas gehört von einer Klangschalenmeditation, einer Mantra- oder Atemmeditation, nur um ein paar zu nennen. Probieren Sie es aus und finden Sie die für Sie passendste Meditationsart.

 Gelenkte Imagination

Die Gelenkte Imagination ist ebenfalls ein Entspannungsverfahren, das die Selbsthilfe und Aktivierung der eigenen Kräfte unterstützen soll. Es wird häufig bei Krebspatienten oder auch Schmerzpatienten angewendet, was aber nicht heißt, dass nicht auch Sie als Angehöriger von dieser Methode profitieren können. Bei einer Gelenkten Imagination können mit Hilfe von Vorstellungen und Phantasieübungen – Visualisierungen – tiefe Entspannungszustände erreicht werden. Die Übungen dienen dazu, innere Vorstellungen und Bilder zu entwickeln, die unsere Ressourcen und das positive innere Erleben stärken. Oder anders ausgedrückt: Die bewusste Konzentration auf die schönen Dinge im Leben – wie ein Spaziergang, ein Ausflug, ein gutes Essen, die Familie etc. – soll den negativen Gedankenstrom um die Krankheit unterbrechen, was am Ende zur Erholung und Regeneration beiträgt.

  • Lesetipp: Lazarus, A. (2006). Innenbilder. Imagination in der Therapie und als Selbsthilfe. Stuttgart: Klett-Cotta. Vopel, K. W.
  • Lesetipp: Die zehn Minuten Pause. Mini Trancen gegen Stress. Salzhausen: Iskopres

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