Im Fokus: Psychologische Aspekte der Tumor-Fatigue
Dies ist ein Veranstaltungsinhalt von SURVIVORS HOME am 26.02.2026.
Der zweite Teil der Veranstaltungsreihe „Im Fokus: Fatigue“ vertieft die psychologischen Dimensionen der Tumor-assoziierten Fatigue. Im Mittelpunkt stehen alltagsnahe Strategien, die Orientierung geben und Entlastung ermöglichen – ohne Fatigue zu psychologisieren.
Mehr als Erschöpfung
Tumor-Fatigue betrifft körperliche, kognitive und emotionale Ebenen. Neben anhaltender Erschöpfung treten Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie innere Anspannung auf. Wichtig ist die Abgrenzung zur Depression: Während dort häufig die Lust fehlt, berichten Betroffene mit Fatigue: „Ich möchte – aber mir fehlt die Kraft.“
Belastungen im Alltag und Beruf
Die wechselhafte Tagesform erschwert Planung und Verlässlichkeit. Viele Betroffene erleben Unsicherheit im Berufsleben, Konflikte bei der Anerkennung von Erwerbsminderung sowie Selbstzweifel im Kontext gesellschaftlicher Leistungserwartungen. Fatigue verläuft nicht konstant – gute Phasen wechseln mit deutlicher Einschränkung.
Konkrete psychologische Strategien
- Energiemanagement: Mit einem Energietagebuch werden belastende Aktivitäten und günstige Tageszeiten sichtbar.
- Aktivitätsdosierung: Bewusste Balance zwischen Anstrengung und Erholung – auch in der Wochenplanung.
- Schlafhygiene: Regelmäßige Schlafzeiten, reizarme Abendgestaltung und eine ruhige Umgebung unterstützen die Erholung.
- Stressreduktion: Achtsamkeit, Atemübungen, Yoga oder Qi Gong helfen, innere Anspannung zu senken.
- Kognitive Strategien: Umgang mit Grübelschleifen, innerem Druck und leistungsbezogenen Überzeugungen.
Selbstwert und gesellschaftliche Leistungserwartung
Die veränderte Leistungsfähigkeit kann das Selbstbild stark belasten. Viele Betroffene erleben einen erschütterten Selbstwert, wenn frühere Leistungsniveaus nicht mehr erreichbar sind. Der Beitrag zeigt Wege, den eigenen Wert nicht ausschließlich über Produktivität zu definieren und neue Maßstäbe zu entwickeln.
Austausch als Ressource
Neben psychoonkologischer Beratung spielt der Austausch in Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle. Information, gegenseitiges Verständnis und realistische Einordnung helfen, Unsicherheiten zu reduzieren.
Die Reihe wird fortgesetzt mit dem Schwerpunkt Bewegung und Sport bei Fatigue. Die Aufzeichnung ist dauerhaft in der Mediathek von CancerSurvivor – Menschen mit Krebs abrufbar.