InfoReihe KREBS: Pflegewissen, das stärkt – praktische Impulse für die Zeit mit Brustkrebs
Dies ist ein Veranstaltungsinhalt von SURVIVORS HOME am 11.02.2026.
Wie lässt sich die Zeit mit Brustkrebs im Alltag besser bewältigen? Esther Wiedemann, Funktionsleitung und Breast Care Nurse an der Charité CCM, gibt einen praxisnahen Überblick über Pflegewissen rund um Operation, Heilungsphase, Brustaufbau, Epithesen und Nachsorge. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche konkrete Unterstützung Patientinnen nach einer Brustkrebsdiagnose im Alltag wirklich entlastet.
Welche Rolle eine Breast Care Nurse übernimmt
Esther Wiedemann beschreibt die Breast Care Nurse als feste Ansprechpartnerin für Patientinnen während Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Dazu gehören Informationen zu Nebenwirkungen, Beratung bei Körperbildveränderungen sowie praktische Hilfe bei Fragen zu Epithesen, Implantaten und Rekonstruktionsmöglichkeiten. Der Beitrag macht deutlich, wie wichtig verlässliche pflegerische Begleitung in allen Phasen der Erkrankung ist.
Operation und die erste Zeit danach
Ein Schwerpunkt des Vortrags liegt auf dem operativen Setting. Erklärt wird, worauf es nach einer Brustoperation ankommt: Schonung des OP-Gebiets, Verbandswechsel, Umgang mit Drainagen, Duschen nach dem ersten Verband, Wahl eines geeigneten BHs sowie Schutz der Narbe. Auch die Narbenpflege und der konsequente Sonnenschutz werden als wichtige Bausteine der Heilung eingeordnet.
Brusterhalt, Mastektomie und Epithesen
Der Vortrag ordnet ein, dass heute in vielen Fällen brusterhaltend operiert werden kann. Muss die Brust ganz entfernt werden, stellt Esther Wiedemann verschiedene Möglichkeiten der Erstversorgung und der längerfristigen Versorgung mit Epithesen vor. Thema sind unter anderem Watteepithesen, Silikonprothesen, Schwimmepithesen und spezielle BH-Lösungen. Dabei wird auch deutlich, dass diese Hilfen nicht nur optisch, sondern ebenso für Haltung und Körpergefühl eine Rolle spielen.
Möglichkeiten des Brustaufbaus
Ausführlich geht es um Rekonstruktionswege nach einer Mastektomie. Vorgestellt werden Implantate, Eigengewebe und der Aufbau mit Eigenfett. Der Beitrag zeigt Unterschiede bei Heilungsdauer, Belastung, Pflege und Ergebnis. Deutlich wird dabei: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern eine individuelle Entscheidung, die gut vorbereitet und realistisch eingeordnet werden sollte.
Komplikationen erkennen, Geduld einplanen
Ein weiterer praktischer Teil widmet sich Warnzeichen nach der Operation. Rötungen, Schwellungen, Fieber, Schmerzen oder Veränderungen an der Wunde werden als Signale benannt, die ernst genommen werden sollten. Zugleich macht der Vortrag klar, dass das endgültige Ergebnis einer Operation oder Rekonstruktion Zeit braucht und Geduld Teil des Heilungsprozesses ist.
Unterstützung im Alltag und gute Informationsquellen
Neben dem medizinischen Teil verweist Esther Wiedemann auf praktische Hilfen für den Alltag: Ratgeber, Selbsthilfe, Gespräche mit anderen Betroffenen, Beratungsstellen, Kosmetikseminare und Unterstützung für Familien mit Kindern. Der Beitrag zeigt, dass Entlastung oft dort beginnt, wo Wissen, Erfahrungsaustausch und alltagsnahe Hilfe zusammenkommen.
Nachsorge als langfristiger Prozess
Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die Nachsorge. Thema sind regelmäßige Kontrollen, Selbstbeobachtung und der verlässliche Kontakt zum Behandlungsteam. Die zentrale Botschaft lautet: Gute Nachsorge, verständliche Information und pflegerische Begleitung stärken Patientinnen weit über die eigentliche Operation hinaus.
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